Lions-Quest „Erwachsen werden“

Lions-Quest

Lions-Quest „Erwachsen werden“ ist ein Jugendförderprogramm für 10 bis 14-jährige Mädchen und Jungen. Es wird vorrangig im Unterricht der Sekundarstufe I vermittelt. Damit Lehrkräfte das Programm professionell in der Klasse umsetzen können, werden sie von speziell ausgebildeten Trainerinnen und Trainern in verschiedenen Seminaren praxisorientiert geschult, begleitet und fortgebildet. Organisiert und betreut wird das Programm vom Hilfswerk der Deutschen Lions e. V. (HDL).

In den 1970er Jahren wurde das Programm von der unabhängigen amerikanischen Stiftung „Quest International“ (Quest, engl. = Suche, Streben) unter dem Namen „Skills for Adolescence“ entwickelt und wird seit 1984 in Kooperation mit Lions Clubs International in heute mehr als 50 Ländern weltweit eingesetzt. In Deutschland wurde das Programm unter dem Namen Lions-Quest „Erwachsen werden“ erstmals 1994 in einer provisorischen Fassung angeboten. Mit Unterstützung durch die Universität Bielefeld (Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Mitarbeiter) fand bis 1997 eine erste angemessene Anpassung des vollständigen Programms an deutsche gesellschaftliche und schulische Verhältnisse in einer 1. Ausgabe des Lehrerhandbuchs „Erwachsen werden“ statt. Seit 2007 liegt die dritte, vollständig überarbeitete Ausgabe der Materialsammlung mit Planungshilfen und Kopiervorlagen für den Unterricht vor, in der die Erfahrungen der deutschen Schulen aus der mehrjährigen Arbeit mit dem Programm eingearbeitet wurden.

Im Mittelpunkt des Unterrichts mit „Erwachsen werden“ steht die planvolle Förderung der sozialen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern. Diese werden nachhaltig dabei unterstützt, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikativen Fähigkeiten zu stärken, Kontakte und positive Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag angemessen zu begegnen und konstruktive Lösungen für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, zu finden. Gleichzeitig möchte der Unterricht mit diesem Programm jungen Menschen Orientierung beim Aufbau eines eigenen, sozial eingebundenen Wertesystems anbieten. Damit ordnet sich das Konzept von Lions-Quest „Erwachsen werden“ in den Ansatz der Life-Skills-Erziehung (Lebenskompetenz-Erziehung) ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention (selbst-) zerstörerischer Verhaltensweisen (Sucht- und Drogenabhängigkeit, Gewaltbereitschaft, Suizidgefährdung) zugesprochen werden. Die Eltern werden in vielfältiger Weise in die Arbeit ihrer Kinder mit dem Programm aktiv einbezogen.

http://www.lions-quest.de/portal.html

http://www.lions-quest.de/erwachsenwerden.html

Lions Clubs und Lions-Quest

1996 empfahl der Governorrat, das höchste Gremium der Lions in Deutschland, allen deutschen Lions Clubs die Einführung und Umsetzung des Lions-Quest-Programms „Erwachsen werden“ in ihrem Einzugsbereich aktiv zu unterstützen.

Zu diesem Zweck wurden die Nutzungsrechte für das Programm durch eine Einmalzahlung (Licence Buy Out) von der amerikanischen Stiftung „Quest International“ erworben. Der 1997 gegründete gemeinnützige Verein „Lions-Quest Deutschland e. V.“ übernahm die Information der Lions Clubs über das Programm und die organisatorische Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Lions-Quest-Seminaren, die Erstellung der Unterrichtsmaterialien und die Ausbildung von Lions-Quest-Trainerinnen und -Trainern. Seit dem Jahr 2000 ist Lions-Quest ein eigenständiges Ressort beim Hilfswerk der Deutschen Lions e. V.. Lions Clubs sind nach wie vor die Hauptträger des Lions-Quest-Fortbildungsangebots für Lehrerinnen und Lehrer und andere an diesem Jugendförderprogramm interessierte Personen. Lions nehmen Kontakt zu Schulleiterinnen und Schulleitern, Lehrerinnen und Lehrern, zu regionalen oder örtlich zuständigen Schulbehörden oder Beratungsstellen auf, um sie für das Konzept und eine Einführung von Lions-Quest „Erwachsen werden“ in Schulen ihres Einzugsbereichs zu gewinnen. Lions organisieren Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit, insbesondere für interessierte Eltern und Lehrer, für Einrichtungen der Lehrerfortbildung, der Jugendarbeit und der Suchtprävention. In der Regel übernehmen Lions Clubs auch Seminarkosten für Lehrkräfte aus Schulen ihres Einzugsbereichs. Von 1994 bis Ende 2011 haben die deutschen Lions 2.717 Einführungsseminare und 312 Aufbauseminare mit insgesamt 76.666 Teilnehmerinnen und Teilnehmern organisatorisch und finanziell unterstützt. 

Bei der Unterstützung von Lions-Quest-Veranstaltungen handelt es sich um eine sogenannte „Vor-Ort-Aktivität“ der Lions Clubs. Dementsprechend sind die konkreten Rahmenbedingungen für die Planung, Durchführung und Finanzierung der Lions-Quest-Seminare sehr unterschiedlich.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherrin der Kinder- und Jugendprogramme der deutschen Lions:

Nur Menschen mit gesundem Selbstvertrauen und starken Lebenskompetenzen sind in der Lage, gesundheitsschädigende Verhaltensweisen bewusst zu vermeiden und durch kritisches Denken Gefahren rechtzeitig zu erkennen, um auch gelegentlich „gegen den Strom schwimmen“ zu können.